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Bone China

Bone China - feinstes Knochenporzellan

Das 18.Jahrhundert hat in der Keramikfertigung eine besonders herausragende Stellung. Es war eine Zeit der Experimente, der Innovationen und der meist mühselig auf empirischem Wege erzielten Erfolge. 1709 gelang es Böttger, das europäische Hartporzellan zu produzieren, 1765 gelang Josiah Wedgwood in England mit dem Steingut eine bahnbrechende Keramikentwicklung und 1795 entdeckte Josiah Spode zusammen mit seinem Sohn das Bone China, ein für England typisch gewordenes keramisches Erzeugnis. Die Entdeckung des Bone China revolutionierte die in der Grafschaft Staffordshire konzentrierte Keramikindustrie, englisch: potteries.

Es hat auf dem Kontinent immer wieder Versuche gegeben, ebenfalls Bone China zu produzieren. Nicht nur der Ehrgeiz war die Triebfeder, sondern man sah, wie gut sich Bone China zu guten Preisen in aller Welt verkaufen ließ. Diese Produkte waren aber nicht befriedigend und konnten keinen Vergleich mit dem englischen Bone China aushalten. Die Versuche wurden meist sehr schnell und resigniert wieder eingestellt - bis 1980 das erste deutsche (und kontinentale) Bone China vorgestellt werden konnte. Das Privileg englischer Herstellung war nun dahin.

Bone China wird von den Herstellern nicht nur als eine Prestigeange- legenheit angesehen, sondern als eine echte und wichtige Ergänzung der Angebotspalette, um dem kritischer gewordener Kunden noch mehr bieten zu können.

Bone China wird von Kennern als das anspruchsvollste keramische Material bewertet, weil es schwierig herzustellen ist und ein großes technisches Wissen verlangt. Bone China drückt Porzellankultur aus, vereinigt in sich alle Vorzüge, die andere keramische Erzeugnisse besitzen und hat einen hohen Glanz, große Transparenz und einen weichen Farbton, besondere Reflektionseigenschaften. Unter Transparenz versteht man das Durch- scheinen beim Halten gegen das Licht. Je deutlicher dieses Durchscheinen ist, desto besser das Porzellan.

Bone China gehört zu den Weichporzellanen. Das ist insofern irreführend, als man annehmen könnte, der Porzellanscherbe sei nicht hart oder widerstandsfähig und litte bei mechanischer Beanspruchung. Die Bezeichnung Weichporzellan besagt nichts anderes, als dass das Material im Feuer bereits bei einer Temperatur von 1100°C (im Vergleich: Hartporzellan bei 1380-1500°C) erweicht.

Wer die schwarzen Rinderknochen sieht, die, bevor sie gemahlen werden und zu Asche verbrannt, entfettet und von Eisenoxyd befreit werden müssen, kann sich nicht vorstellen, dass daraus ein solch schönes Produkt wird. 50 Prozent der Porzellanmasse bestehen aus der Asche dieser Rinderknochen.

 



Letzte Aktualisierung: 02.09.2010 um 15:05 Uhr